Roma in Hamburg


In der KZ-Gedenkstätte Neuengamme fand am 15. Mai 2011 eine ungewöhnliche Gedenkveranstaltung statt. Erinnert wurde an die Situation der aktuell von Abschiebung bedrohten Roma. Diese stammen aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen Republik Jugoslawien. Aufgrund von Rückführungsabkommen sollen sie nun in ihre Heimatländer zurückkehren, ungeachtet dessen, dass sie dort Armut und Diskriminierung erwarten, während sie in Hamburg mittlerweile gut integriert sind. Einige der betroffenen Familien waren anwesend und gaben über ihre Lage persönlich Auskunft.

Die Veranstaltung sollte dazu motivieren und befähigen, individuelle Petitionen für den Eingabenausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft zu verfassen. Weiteres Gewicht verliehen wurde der Aktion durch das Verlesen eines Bischofswortes des Hamburger Bischofs Jürgen Bollmann (Druckfassung auf dem Blog Roma in Hamburg). Organisiert hatten das Treffen die Pastoren Fanny Dethloff und Veit Buttler in Zusammenarbeit mit dem Flüchtlingsrat.
 

Roma in Hamburg

Roma in Hamburg

Roma in Hamburg

Roma in Hamburg

Roma in Hamburg

Roma in Hamburg

Roma in Hamburg


Eine weitere Demonstration wurde am 26. Juni 2011 vor dem Viktoriahaus in Hamburg veranstaltet (unten). Dort entscheidet der Eingabenausschuss über die Petitionen.
 

Roma in Hamburg


Der Ausschuss vertagte die Sitzungen mehrere Male, bis schließlich Ende des Jahres sämtliche Anträge abgelehnt wurden. Eine Familie hat für ihre beiden Töchter erneut eine Petition eingereicht, über die derzeit (Jan. 2012) noch nicht entschieden ist. Die Petition bezieht sich auf die Bitte, sowohl die Schule als auch die Ausbildung beenden zu können.
Eine Familie wurde bereits zwangsweise abgeschoben. Zwei weitere sind "freiwillig" ausgereist, wodurch ihnen theoretisch die Möglichkeit zur Wiedereinreise bleibt. Jedoch ist zu befürchten, dass dies die heimatlichen Behörden verhindern. Alle anderen Familien stehen vor der Abschiebung, welche bislang immer nur durch maximal zweiwöchige Duldungsverlängerungen hinausgezögert wird.
 


© Bernhard Sarin