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Bernhard Sarin: Lot auf der Terrasse des Kempinski. Fiktion und Realität im Werk von Imre Kertész - Illustrierte Ausgabe (2022)


Bernhard Sarin: Lot auf der Terrasse des Kempinski. Fiktion und Realität im Werk von Imre Kertész - Illustrierte Ausgabe (2022)
Bernhard Sarin, Lot auf der Terrasse des Kempinski. Fiktion und Realität im Werk von Imre Kertész - Illustrierte Ausgabe
BoD - Books on Demand, Norderstedt, 2022
364 Seiten, € 24.00, ISBN 978-3-7562-2125-7



Bernhard Sarin: Lot auf der Terrasse des Kempinski. Fiktion und Realität im Werk von Imre Kertész (2020)
Kertész, Galeerentagebuch, November 1980: »Plötzlich brach der Regen los. Wir suchten Unterschlupf im nächstgelegenen Gebäude, es war zufällig das Krematorium. Hier herein strömten auch die Jugendlichen. Ich wurde neben den ursprünglich weiß gekachelten, inzwischen vergilbten Seziertisch gedrängt.«

Foto: KZ-Gedenkstätte Buchenwald, 1983



Bernhard Sarin: Lot auf der Terrasse des Kempinski. Fiktion und Realität im Werk von Imre Kertész (2020)
Kertész, Galeerentagebuch, Juni 1980: »Anpassung heißt bei den Deutschen offenbar, dass sie sich völlig mit ihrer Situation identifizieren. Und als Krönung all dessen noch ein bestürzender, provinzieller Elendspatriotismus, DDR-Patriotismus. Lähmend.«

Foto: DDR, 1983



Bernhard Sarin: Lot auf der Terrasse des Kempinski. Fiktion und Realität im Werk von Imre Kertész (2020)
Kertész, Galeerentagebuch, Mai 1980: »Am Brandenburger Tor. Hinter der Mauer Westberliner Busse mit Touristen, denen man die hiesigen Sehenswürdigkeiten zeigt. Ich überlege, ob ich bleiben soll, ob ich es aushalte. Mit Arbeit hielte ich es aus. Nur arbeite ich nicht.«

Foto: Berliner Mauer, Blick auf das Brandenburger Tor von West-Berlin, 1980 / 1981



Bernhard Sarin: Lot auf der Terrasse des Kempinski. Fiktion und Realität im Werk von Imre Kertész (2020)
Kertész im Interview Die Wege des Schicksals, DER SPIEGEL, 12. November 2012 (Nr. 46): »Ich möchte nicht mehr schreiben. Für mich ist das Werk, das so eng mit dem Holocaust verbunden ist, abgeschlossen.«

Kertész im Interview Document and Fiction von Thomas Cooper, THE HUNGARIAN QUARTERLY, Holocaust Special Issue 2014: »The words on paper will be cited, interpreted, debated, the experiences will be forgotten, only the language will remain.«

Fotos: Eröffnung des Imre Kertész Archivs, Akademie der Künste Berlin, 15. November 2012, Magda und Imre Kertész / Vitrine mit Manuskripten und Publikationen von Kertész



Bernhard Sarin: Lot auf der Terrasse des Kempinski. Fiktion und Realität im Werk von Imre Kertész (2020)
Foto: Lesung aus Kertész' Tagebüchern von Hermann Beil (hinten rechts), Akademie der Künste Berlin, 15. November 2012



Bernhard Sarin: Lot auf der Terrasse des Kempinski. Fiktion und Realität im Werk von Imre Kertész (2020)
Foto: Hotel Kempinski (seit Dezember 2017: Bristol Berlin), Berlin, Kurfürstendamm, Juni 2017

Das Hotel Kempinski wurde in den Jahren 1951–1967 nach Entwürfen von Paul Schwebes, Günter Klatte und Hans Schoszberger gebaut. Mit ihm etablierte sich die jüdische Familie Kempinski nach der NS-Zeit wieder in Berlin. 2015 wurden Pläne bekannt, das Hotel abzureißen. Daraufhin stellte das Landesdenkmalamt das Gebäude als »wichtigen Geschichtsort der Berliner Nachkriegszeit« und Zeichen eines »hoffnungsvollen Neubeginns« unter Ensebleschutz. (↗Cay Dobberke, Hotel Kempinski wird unter Schutz gestellt, DER TAGESSPIEGEL, 28. September 2016) Kertész bezieht sich auf das Hotel in Letzte Einkehr (Tagebücher 2013, Tagebuchroman 2014).